Elektro-Lkw im regulären Zweischichtbetrieb
Die fünf eActros 600 übernehmen tagsüber Transporte im Nahverkehr. Nach dem Einsatz werden sie auf dem Betriebsgelände nachgeladen, bevor sie nachts auf festen Linienverbindungen unterwegs sind.
Entscheidend ist dabei nicht nur die Reichweite einer einzelnen Batterieladung. Für den täglichen Betrieb müssen Fahrstrecken, Standzeiten, Ladeleistung und Fahrzeugverfügbarkeit zusammenpassen.
Die Elektro-Lkw sind deshalb vollständig in die bestehenden Abläufe integriert. Sie fahren täglich zwei Schichten und legen dabei jeweils ungefähr 800 Kilometer zurück.
Vier eigene Ladepunkte mit bis zu 800 kW
Aktuell stehen bei Schöpper Transporte zwei Ladesäulen mit jeweils zwei Ladeanschlüssen zur Verfügung. Damit verfügt der Standort derzeit über vier Ladepunkte. Jede Ladesäule stellt eine Gesamtleistung von bis zu 400 kW bereit. Zusammen ergibt sich eine installierte Ladeleistung von bis zu 800 kW.
Die Fahrzeuge werden während der vorgesehenen Standzeiten zwischen den Schichten geladen. Durch die Ladepunkte auf dem eigenen Betriebsgelände lassen sich die Ladevorgänge unmittelbar mit der Tourenplanung verbinden. Eine Abhängigkeit von öffentlich verfügbaren Lkw-Ladesäulen besteht im täglichen Betrieb dadurch nicht.
Weitere Ladepunkte sind geplant
Die bestehende Ladeinfrastruktur soll in den kommenden Monaten erweitert werden. Geplant sind zwei weitere Ladesäulen mit jeweils zwei Anschlüssen und einer zusätzlichen Ladeleistung von insgesamt bis zu 800 kW.
Nach der vorgesehenen Inbetriebnahme würde der Standort über insgesamt acht Ladepunkte und eine installierte Ladeleistung von bis zu 1,6 MW verfügen.
Die Erweiterung schafft zusätzliche Kapazitäten für die vorhandenen Fahrzeuge und bildet eine Voraussetzung für die geplante Vergrößerung der Elektro-Lkw-Flotte.
Mehr als sechs Kilometer Kabel verlegt
Der Aufbau der Energie- und Ladeinfrastruktur begann bereits vor der Ankunft der ersten eActros 600. Auf dem Betriebsgelände wurden insgesamt mehr als sechs Kilometer Kabel verlegt.
Die Leitungen versorgen nicht nur die derzeit genutzten Ladepunkte. Bei der Planung wurden auch die vorgesehenen Erweiterungen der Ladeinfrastruktur sowie die Einbindung eines Batteriespeichers berücksichtigt.
Damit ist ein wesentlicher Teil der technischen Grundlage für die nächsten Ausbaustufen bereits geschaffen.
Batteriespeicher soll Lastspitzen abdecken
Der Netzanschluss am Standort stellt eine Leistung von rund 1 MW bereit. Wenn künftig mehrere Elektro-Lkw gleichzeitig geladen werden, kann der Leistungsbedarf der Ladeinfrastruktur diesen Wert zeitweise überschreiten.
Deshalb ist zusätzlich ein Batteriespeichersystem geplant. Es soll selbst erzeugten Solarstrom zwischenspeichern und bei hohem gleichzeitigem Ladebedarf zusätzliche Leistung bereitstellen. Auf diese Weise können Lastspitzen abgefangen und der vorhandene Netzanschluss gezielter genutzt werden.
Gleichzeitig soll der Batteriespeicher dazu beitragen, einen größeren Anteil des auf dem Betriebsgelände erzeugten Solarstroms direkt für den Unternehmensstandort und die Elektro-Lkw einzusetzen.
Photovoltaikleistung soll weiter wachsen
Aktuell betreibt Schöpper Transporte eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von rund 170 kWp. Eine weitere Photovoltaikanlage mit etwa 100 kWp ist für das derzeit entstehende Boardinghouse bereits beauftragt. Zusätzlich ist eine Parkplatzüberdachung mit Solarmodulen und einer vorgesehenen Leistung von rund 200 kWp in Planung. Werden beide Erweiterungen umgesetzt, steigt die installierte Photovoltaikleistung am Standort perspektivisch auf rund 470 kWp.
Strom, der nicht durch die eigenen Photovoltaikanlagen erzeugt wird, bezieht Schöpper Transporte über einen Ökostromvertrag der Stadtwerke Greven.
Rechnerisches CO₂e-Einsparpotenzial der Elektro-Lkw
Mercedes-Benz beziffert die mögliche Einsparung eines eActros 600 gegenüber einem vergleichbaren Diesel-Actros bei vollständiger Nutzung erneuerbarer Energie auf rund 775 Tonnen CO₂e über den gesamten Produktlebenszyklus. Auf fünf Fahrzeuge übertragen ergibt sich unter denselben Voraussetzungen ein rechnerisches Einsparpotenzial von rund 3.875 Tonnen CO₂e.
| Berechnungsgrundlage | Ein eActros 600 | Fünf eActros 600 |
|---|---|---|
| Laufleistung über den Produktlebenszyklus | bis zu 1.200.000 km | bis zu 6.000.000 km |
| Rechnerisches CO₂e-Einsparpotenzial | rund 775 Tonnen | rund 3.875 Tonnen |
Die Werte sind keine bereits gemessene CO₂e-Bilanz von Schöpper Transporte. Sie übertragen die Lebenszyklusanalyse von Mercedes-Benz auf die fünf eingesetzten Fahrzeuge. Die tatsächliche Einsparung hängt unter anderem von der realen Laufleistung, dem Energieverbrauch und der Herkunft des Ladestroms ab. Als Vergleich dient ein entsprechender Lkw mit konventionellem Dieselkraftstoff, nicht ein mit HVO100 betriebenes Fahrzeug.
Weitere Elektro-Lkw sollen hinzukommen
Die fünf eActros 600 bilden den ersten größeren Schritt bei der Elektrifizierung des Fuhrparks. Noch im Jahr 2026 sollen nach aktueller Planung zwei bis drei weitere Elektro-Lkw hinzukommen.
Bis Ende 2027 ist ein Bestand von insgesamt etwa zehn bis 15 Elektro-Lkw vorgesehen. Die Erweiterung erfolgt schrittweise und wird mit dem Ausbau der Ladepunkte, der Stromversorgung und der Speicherkapazitäten abgestimmt.
Verbrennerflotte auf HVO100 umgestellt
Der Fuhrpark von Schöpper Transporte umfasst insgesamt rund 120 Zugmaschinen. Während der Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge weiter ausgebaut wird, wurde auch bei den weiterhin benötigten Verbrennerfahrzeugen der eingesetzte Kraftstoff verändert.
Alle Lkw mit Verbrennungsmotor wurden auf HVO100 umgestellt. Der Kraftstoff wird aus Rest- und Abfallstoffen hergestellt, etwa aus Tallöl, einem Nebenprodukt der Zellstoffherstellung. Die Lieferanten sind nach ISCC-EU zertifiziert, für jede Lieferung liegt eine Nachhaltigkeitsbescheinigung vor.
Schöpper Transporte verfolgt damit zwei Wege parallel: den schrittweisen Ausbau der Elektromobilität und den Einsatz von HVO100 in der bestehenden Verbrennerflotte.
Weitere Informationen zur Energieversorgung, zum Fuhrpark und zu den bisherigen Maßnahmen stehen auf unserer Seite zur Nachhaltigkeit.